Samstag, 17. Mai in Luzern

26 Freundinnen und Freunde trafen sich an diesem sonnigen Frühlingstag im christkatholischen Kirchgemeindehaus in Luzern. Ein interessantes Rahmenprogramm stand neben den üblichen Traktanden auf der Tagesordnung.

Wie immer begannen wir unsere Versammlung mit Kaffee und Gipfeli und natürlich plaudern.

Alois eröffnete den offiziellen Teil der Versammlung pünktlich um 10 Uhr und führte gewohnt zügig durch die Traktanden. Das Protokoll findest du hier.

Das wichtigste in Kürze: Unser Vereinsvermögen reicht  locker für die noch geplanten Veranstaltungen und erlaubt auch eine würdige Abschlussversammlung im Februar nächstes Jahr. Der Vorstand ist am Planen!

Zudem wurden die Statuten so geändert, dass das restliche Vereinsvermögen einer gemeinnützigen Organisation zugute kommen wird. Bis anhin hätten wir das „vorige“ Geld der Interdiözesanen Vereinigung theologiekurse.ch überweisen müssen. Das war im Jahr 2011 durchaus sinnvoll, als die Statuten das letzte Mal revidiert wurden, ist doch einer unserer Vereinszwecke die Zusammenarbeit mit ebendieser Vereinigung, der wir all die Glaubenskurse und den Studiengang Theologie verdankten. Inzwischen ist aber theologiekurse.ch ins TBI (Theologisch-pastorales Bildungsinstitut) integriert worden, die Vereinigung theologiekurse.ch besteht nur noch aus dem Vorstand und braucht ihr restliches Vermögen noch um die Buchreihe zum Studiengang Theologie zu vervollständigen – es fehlt noch der letzte Band (AT3) – und jährlich eine Veranstaltung zu einem aktuellen Thema anzubieten. Danach wird auch die Interdiözesane Vereinigung theologiekurse.ch aufgelöst. Da die Vereinigung mehr als genug Geld hat, um diese Aufgaben noch zu erfüllen, ist es sinnvoller unsere restliches Vermögen jemandem zu geben, der es wirklich braucht.

Der immer mit Spannung erwartete Jahresbericht von Alois kannst du hier nachlesen. Diesmal verbindet er unsere Vereinsarbeit mit Feigenbaum und Rebstock! Ein herzliches Danke an Gärtner Alois für all seine Arbeit in unserem Vereinsgarten. Ohne ihn wäre er schon lange nicht mehr am Blühen!

Apsisbild in der Christuskirche

Es ist wirklich ein spezielles Bild, das Steivan Könz 1973 gemalt hat! Er ist übrigens der Sohn von Selina Könz, Autorin von „Schellenursli“, und bekannter Sgraffito-Künstler, was man seinen Bildern irgendwie auch ansieht.

Pfarrer Adrian Sutter erklärte uns, was wir da genau sehen. Das Offensichtliche: Jesus auf einer Barke. Weniger offensichtlich: hinter ihm stehen Adam und Eva. Die Barke segelt Richtung Paradies. Die wolkenartigen Gebilde rechts und links von Christus stellen Cherubim und Serafim dar. Wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass sie vor allem aus Flügeln bestehen.

Auffällig auf der linken Seite: eine Art Ei, darin ein Mann der auf einen Fernseher starrt. Würde Steivan Könz heute malen, hätte der Mensch wohl ein Handy in der Hand… Des weiteren erkennt man Fabelwesen, Gewalt und Zerstörung (ein Flugzeug, Bomben, brennende Häuser), kurz: die Hölle!

Auf der Seite rechts, das Paradies. Mensch und Tier in Harmonie, statt Bomben und Flugzeuge fliegen Vögel und Engel. Die Schlange hat 4 Beine, sie muss nicht mehr im Staub kriechen… Der Mensch mit dem Segelschiff in der Hand sei ein Selbstportrait des Malers, erklärt Adrian Sutter.

Auf der Stirnwand entdeckt man oben die Symbole der vier Evangelisten und in der Mitte drei ineinander verschlungene Kreise. So stellt Steivan Könz die Dreifaltigkeit dar! In der Reihe darunter reiten die vier apokalyptischen Reiter.

Man muss sehr genau hinschauen, um alles zu erkennen. Klick auf die Bilder, dann werden sie etwas grösser und es wird etwas einfacher, die Feinheiten zu entdecken.

Mittagessen

Der Mittag nahte und auch der Hunger meldete sich. Wir spazierten durch die Altstadt an die Reuss und bekamen im Restaurant Opus ein wirklich fantastisches Mittagessen, das uns stärkte, damit wir uns am Nachmittag dem Totentanz auf der Spreuerbrücke widmen konnten.

Totentanz auf der Spreuerbrücke

Da wir im Restaurant Opus nicht wie vorgesehen und reserviert, einen eigenen Raum bekamen für unser Mittagessen, mussten wir uns für die Einführung in die Kultur der Totentänze etwas anderes einfallen lassen. Zum Glück kennt Niklas Raggenbass sich aus und organisierte uns flugs eine Ecke im Historischen Museum, wo wir in Ruhe zuhören konnten.

Im 14. und 15. Jahrhundert waren Totentänze „in Mode“. Es gibt unzählige, der bekannteste vielleicht jener von Hans Holbein. Eine Nachbildung haben wir ja letztes Jahr an der MV im Domschatzmuseum in Chur gesehen. In der Schweiz gibt es unzählige Totentanz-Darstellungen. Ja, es gibt sogar eine Totentanz-Vereinigung, Niklas ist dort Mitglied, auf ihrer Homepage gibt es eine lange Liste mit Totentanz-Darstellungen, falls jemand an weiteren interessiert ist.

Der Tod macht keinen Unterschied, er holt den armen Schlucker genauso wie den Kaiser, den einfachen Mönch so gewiss wie den Papst, die Alten aber auch Kinder. Der Tod gehört zum Leben, das sind wir uns sehr oft zu wenig bewusst. Auf den Bildern tanzt der Tod durch die Szenen, lockt oder verführt, sitzt mit am Tisch, kämpft, redet, richtet, und und und. Er bewegt sich mitten im blühenden Leben!

Bevor wir uns auf den Weg zur Brücke machen, liest uns Niklas ein Gedicht zum Totentanz von Goethe vor. Was heisst liest? Mit viel schauspielerischem Talent spielt er uns das Gedicht vor! Falls du es nachlesen möchtest: hier findest du es.

Mit einem Audioguide ziehen wir also los und lassen uns so einzelne Bilder des Totentanzes auf der Spreuerbrücke erklären. Es ist leider recht dunkel auf der Brücke, was das Erkennen von Details nicht gerade erleichtert. Zum Fotografieren ist das ebenfalls suboptimal. Ein paar meiner Bilder findest du unten. Aber wenn es dich interessiert, die Bilder wirklich gut zu sehen, hier der Link zur Seite der  Luzerner Holzbrücken. Dort gibt es tolle Bilder und Erklärungen. Wenn du ganz runterscrollst, findest du auch den Audioguide zu den Bildern.

In früheren Jahrhunderten hatten die Leute eine andere Einstellung zum Tod. Er war gegenwärtiger. Es gab viel mehr Seuchen, Krankheiten, Kriege, mehr Armut und Katastrophen. Heutzutage haben wir kaum Platz für den Tod in unserem Leben, aber… die Zeiten werden unsicherer, wir könnten aus den Totentanz-Bildern vielleicht das eine oder andere mitnehmen…

Memento mori! – sei dir deiner Sterblichkeit bewusst!

Bericht und Bilder:
Barbara Fleischmann

 

Weitere Bilder