Michael Hartlieb | © TBI

Samstag, 14. Mai

Wir haben bereits das Datum für unsere MV 2022 und auch einen Gastreferenten. Michael Hartlieb, der neue Bereichsleiter theologische Grundbildung am TBI (Nachfolger von Felix Senn) wird uns besuchen und einen Vortrag halten mit dem Titel

Ein Zwillingspaar erfindet sich neu.
Wie sich die Begriffe «Entwicklung» und «Gerechtigkeit» am Beginn des 21. Jahrhunderts verändern.

Michael Hartlieb schreibt dazu:

Die Schweiz und viele andere wohlhabende Länder zahlen kontinuierlich Entwicklungshilfe, vor allem an ärmere Länder des «globalen Südens». Auch wenn diese nicht überall zu einer umfassenden Verbesserung der Lebenssituation geführt hat, konnte in den letzten dreissig Jahren dennoch eine massive Verringerung extremer Armut erreicht werden.

Durch diesen Erfolg beflügelt haben internationale Organisationen vor einigen Jahren die sogenannten «nachhaltigen Entwicklungsziele» beschlossen. Mit ihnen sollen bis 2030 alle Menschen weltweit an einer «ganzheitlichen Entwicklung» beteiligt werden. Auch die Schweiz hat bei diesen Zielen vier Bereiche identifiziert, in denen sie ihre Entwicklungsbemühungen drastisch verstärken muss (z. B. «nachhaltige/r Konsum und Produktion» und «Geschlechtergleichheit»). Doch grosse Herausforderungen bestehen nicht hier nur in der praktischen Umsetzung.

Zu fragen ist nämlich, ob durch die ganzheitlichen Entwicklungsziele nicht neue globale Ungerechtigkeiten entstehen, weil die wohlhabenden Länder nun zuerst vor der eigenen Haustür kehren. Wie lässt sich aber die ganzheitliche Entwicklung jedes Menschen so fördern, dass es dabei auch sozial gerecht zugeht? Wie kann dabei eine weitere Spaltung der Weltgesellschaft in unterschiedliche Gruppen, die vor allem für ihre eigenen Bedürfnisse kämpfen («Identitätspolitik»), vermieden werden? Was kann die christliche Sozialethik beitragen, um eine gerechte Entwicklungsmöglichkeit für alle zu gewährleisten?

Die Mitgliederversammlung wird in Zürich stattfinden. Das genaue Programm folgt später hier!